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Indicators of Good VET practice for refugees (GoodVET)

(Kofinanziert durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union)

Forschungsgruppe:

In Deutschland: Prof. Dr. Matthias Pilz, Dr. Junmin Li, Katrin J. Posch, Universität zu Köln

In Österreich: Prof. Dr. Annette Ostendorf, Hannes Hautz, Universität Innsbruck

In Italien: Prof. Dr. Michele Brunelli, Dr. Laura Galeotti, Università degli studi di Bergamo

In Dänemark: Prof. Dr. Christian Helms Jørgensen, Roskilde Universitet

Projektlaufzeit: November 2017 bis Oktober 2019

Die aktuelle Flüchtlingsproblematik stellt eine Herausforderung für die Länder der EU dar. Ein Ziel der europäischen Flüchtlingspolitik ist die Integration der Flüchtlinge mit Bleibeperspektive. Die Berufsbildung spielt hier eine Schlüsselrolle. Auf der Praxisebene existieren folglich zahlreiche Integrationsmaßnahmen durch Berufsbildung. Ein Erfahrungsaustausch bzw. ein gegenseitiges Voneinander-Lernen ist jedoch kaum vorhanden. Die Akteure auf der operationalen Ebene handeln häufig autark, obwohl sie vor ähnlichen Herausforderungen und Umsetzungsproblemen stehen.

Mit dem vorliegenden Projekt „Indicators of Good VET practice for refugees“ sollen Erfahrungen aus diesem Bereich zugänglich gemacht werden. Hierzu analysiert und aggregiert das vorliegende Projekt auf der Praxisebene gewonnene Erfahrungen in den vier europäischen Ländern Italien, Dänemark, Österreich und Deutschland.

Aus der Analyse entwickeln die vier Partnereinrichtungen Qualitätsindikatoren für gelungene Berufsbildungsangebote für Flüchtlinge, welche sich durch einen Mix aus harten und weichen Faktoren auszeichnen. Diese Indikatoren werden in ein webbasiertes Analysetool überführt. Dieses Tool wird auf nationalen und internationalen Projekthomepages zur Verfügung gestellt, um Träger bei der Qualitätsanalyse ihrer beruflichen Integrationsmaßnahmen zu unterstützen.

Die Anwendung des Analysetools wird anhand von 20 Best-Practice-Beispielen aus einer Gesamtheit von 120 Angeboten zur Integration von Flüchtlingen durch Berufsbildung aus allen vier Partnerländern online dokumentiert und die Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit und insbesondere den Maßnahmenträgern vorgestellt.

Parallel wird eine anwendungsorientierte Handreichung zur qualitativ hochwertigen Gestaltung von Berufsbildungsmaßnahmen für Flüchtlinge erarbeitet und online bereitgestellt. So können Wiederholungsfehler vermieden werden.

Die direkten Zielgruppen, die von den Ergebnissen profitieren werden, sind zum einen Akteure auf der Praxisebene, die aktiv in die Organisation und Durchführung von Berufsbildungsmaßnahmen involviert sind (z.B. staatliche und private Bildungsinstitute sowie Betriebe aller Branchen). Die Website mit Best Practice Beispielen sowie die elektronisch abrufbaren Handreichungen sollen die Planung von Berufsbildungsmaßnahmen für Flüchtlinge optimieren und das Wiederholen von Fehlern vermeiden. Die Flüchtlinge, die an Berufsbildungsmaßnahmen teilnehmen, profitieren von diesem Projekt, weil die gesteigerte Qualität der Maßnahmen zur nachhaltigen und langfristigen Eingliederung der Flüchtlinge in die Gesellschaft beiträgt.

Zum anderen sind es Stakeholder auf der bildungspolitischen Ebene, die Entscheidungen im Bereich der Berufsbildungs- und Flüchtlingspolitik treffen. Die Projektergebnisse dienen dieser Zielgruppe dazu, politische Entscheidungen auf Basis gesicherter Qualitätserkenntnisse treffen zu können. Diese Daten fehlen bisher fast völlig.

Der Fokus des Projekts erklärt auch die Auswahl der Projektpartner, die als Außenstehende die existenten Ansätze unvoreingenommen und evidenzbasiert bewerten können. Diese werden von Praxisexperten, die in der Koordination von Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen tätig sind und selbst für Integrationsmaßnahmen verantwortlich sind, beraten.

Die Produkte des Projektes sind kostenlos über die projekteigenen Webseiten abrufbar. Zugleich werden die Ergebnisse über Multiplikatorenveranstaltungen und umfangreiche Informationskampagnen beworben. Durch das fortlaufende Angebot, auch später entsprechende Berufsbildungsprojekte durch das Analysetool analysieren zu lassen und die Option der Bekanntmachung als Best-Practice, ist die Nachhaltigkeit des Projekts bereits integrativ angelegt.

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